Die Entdeckung der kleinen Überraschungen des anderen Alltags

Vier Künstler aus einem anderen Kulturkreis in Hamburg – wie nehmen sie den uns vertrauten Alltag war, wie sehen sie durch ihre Augen die kleinen Dinge unserer Umgebung, die uns kaum mehr auffallen, die unserem Blick entgehen? Und vor allem: welche Eindrücke faszinieren sie, was weckt ihr Interesse, was wirkt in ihrem künstlerischen Geist nach?

Vier Wochen waren Hyunjeong Lim, Jiwoo Lee, Hae Jin Kim und Kim Hyun Yub in Hamburg, durchstreiften die Stadt, ließen sich treiben und entdeckten die Stadt auf ihre Art und Weise. Sahen die gleichen Dinge und setzen sie jeweils subjektiv und in der eigenen Arbeitsweise um.Durch die Kürze ihres Aufenthalts und bedingt durch die Reise im Format eingeschränkt sind vielfältige kleinformatige Arbeiten entstanden, haben die Künstler ihre Arbeitsweisen modifiziert und umgewandelt und Werke voller Intensität und Entdeckungsfreude geschaffen, legen sie uns die Besonderheiten unserer Stadt in kleinen Details, in „KLEINEN ENTDECKUNGEN“ dar.

Hyunjeong Lim erschafft in ihren Arbeiten imaginierte surreale Welten. Die normalerweise auf großen Leinwänden arbeitende Künstlerin spürte in Hamburg vor allem den Landschaften nach, die sie durch die großen Meister Caspar David Friedrich, Pieter Brueghel, Albrecht Dürer und Hieronymus Bosch bereits von Bildern kennt. Diese Anregungen konnte sie nun mit den eigenen Erfahrungen der Landschaft um Hamburg herum, besonders an der Elbe, kombinieren und so intensive Welten gestalten, die fremdartig vertraut wirken.

Hyunjeong Lim: Somewhere, 2012, Kreide auf Leinwand, 160x350cm

Hyunjeong Lim: Somewhere, 2012, Kreide auf Leinwand, 160 x 350cm

Jiwoo Lees Medium ist das Töpferhandwerk. Unter bewusstem Verzicht auf einen Brennofen setzt er sich hier nun in luftgetrockneten Miniaturen mit der Hamburger Architektur in all ihrer Vielfalt auseinander.

Jiwoo Lee

Jiwoo Lee: Keramik, 2014, 53 x 53 x 8 cm

Einen Schritt weiter geht Kim Hyun Yub – auf kleinformatigen Zeichnungen von Hamburger Häusern setzt er sich explizit mit der Graffiti-Kunst Hamburgs, mit der „Zeichnung der Straße“ auseinander, die sich so stark von den koreanischen Sprayereien.

Kim Hyun Yub

Kim Hyun Yub: A tragic cartoon-Festival, 2013, 240 x 160 x 80 cm

Hae Jin Kim dagegen haben es besonders die „Lost Places“ der Städte angetan. In seiner Heimat fertigt er Leinwände und auch Wandbilder dieser Orte, die unserem Auge oft entgehen.

Hae-Jin Kim

Hae-Jin Kim, 2012

Im Zusammenspiel dieser vier Positionen von vier Künstlern, die sich erst während ihres gemeinsamen Hamburg-Aufenthaltes kennenlernten, die hier vier Wochen lang ein Atelier und ihre kleinen Entdeckungen teilten ist so eine faszinierende, überraschende und vor allem unglaublich vielfältige Ausstellung entstanden, die dem Besucher die Auge die kleinen Besonderheiten öffnet und uns mit neuer Entdeckungsfreude des scheinbar so Bekannten zurücklässt.
Eröffnung der Ausstellung am Mittwoch den 7. Januar 2015 um 20 Uhr in der FRISE, Arnoldstraße 26 in Hamburg.

Mit freundlicher Unterstützung der Kulturbehörde Hamburg.

 

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