Distance

An international Artist exchange with artists from Shanghai and Chicago with

J.G. Ballard’s Picture Book

Gwyneth Anderson & Li HuiHui

Distance is a project, a metric and cultural, symbolic distance that is used to create an image which invites us to come together in the city of Hamburg. This art and cultural exchange leads both artists to dialogue with themselves and with the other in a strange and unfamiliar place. Hamburg, FRISE is to be seen as a medium, a portal of transmission.

Distance brings to matter a syntax between conversation and constellation. Bringing together different perceptions in one dialectic of mutual recognition-knowing and recognizing one self. They come from different nations and artistic contexts. They will negotiate and ponder, individually and collaboratively.

Cellule

Gwyneth Anderson is a Chicago-based artist whose projects explore perception and phenomena of movement, primarily working with animation and installation. Her work for Distance will focus on the distance between the mind and physical, emotional experience.

Li Huihui is an artist from Shanghai. Her work focuses on lost civilizations and ruins. She uses paint, printmaking and sound to experiment with installations inspired by archaeology and deconstruction. Her work for Distance deals with the alienation of everyday life and the deterioration of things.

The choice of artist is to occur in cooperation with partners in USA and China.

Partners Chicago:
Goethe Institute Chicago: Ms./Mrs. Irmi Maunu-Kocian
Artist from previous Hamburg-Chicago exchange; Rebecca Beachy and Tim Nickodemus
Curator Tricia van Eck

Partners Shanghai, China
Artist from previous Hamburg-Shanghai exchange; Liang Yue
Thomas Füsser (photographer and artscout in china)
Lorenz Helbing (Gallery Shanghart)

Timespan : December 2015 to Januarary 2016
Vernissage Wednesday January 13th, 2016, 19 O’clock

Concept: Michael Kress
Project coordination: Torsten Bruch, Chrsdian Wittenburg, Michael Kress

With friendly support by the Ministry of Culture- Free and Hanseatic City of Hamburg
Special Thanks to Bilinc Ercan and Julia Dautel

 

Kulturbehoerde

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Raum und Oberfläche – Esther de Graaf und Henrik Kröner

Einen Austausch von Künstlerinnen und Künstlern zu schaffen ist das Ziel des Groningen-Hamburg-Projects. In einem offenen Verfahren können sich Künstlerinnen und Künstler beider Städte beteiligen und in beiden Städten ortsbezogene Vorhaben entwickeln und umsetzen.

In den letzten zwei Jahren konnten so mehrere Hamburger Künstlerinnen und Künstler nach Groningen reisen, ebenso waren mehr als 15 Gäste aus Groningen in Hamburg. Koordiniert wird dieses offene Netzwerk von Jan Derk Diekema (HAVIK und CareX) aus Groningen und Michael Kress (FRISE) aus Hamburg.

Mit Esther de Graaf und Henrik Kröner kommen zwei junge Kunstschaffende nach Hamburg, deren Werke auf besondere Weise ein wichtiges Thema dieses Groningen – Hamburg – Projects thematisieren: Raum und Oberfläche.

Esther de Graaf verwendet Wellpappen, Klebebänder, Aluminiumfolien und andere eigenartige, beiläufige und banale Materialien. Hiermit fertigt sie raumgreifende Ummantelungen, die einen Bezug zu einem imaginierten Gegenüber herstellen. Sie schafft Räume im Raum.

Die Gebilde verweisen über die räumlichen Grenzen des eigenen Standpunktes hinaus in ein erweitertes vorgestelltes Umfeld. Hier, wo der Betrachter, das Subjekt, steht und schaut, nimmt er die zeitliche Flüchtigkeit dieser plastischen Konstruktionen wahr. Die Materialien Esthers de Graaf sind Produkte der Verpackungsindustrie: klar, genormt und logistisch rational.

Diese Transport-Hilfsmittel, die zum Schutz von Dingen verwandt werden, um etwa Güter des Konsums von einem Ort zum anderen zu bringen, sind unbeachtete Mäntel von gemeinten Inhalten. Die Gebilde der Esther de Graaf stellen sich somit zwischen den aufmerksamen Betrachter, den befindlichen Raum und eine unbekannte imaginierte Destination der nicht vorhandenen Inhalte. Alle Gegenstände, alle Beteiligten und der umgebene Raum bedingen den aktuellen Ort. Das erkennende ICH muss sich später erinnern, da die Setzungen dieser Gebilde zeitlich begrenzt angelegt sind und nach Verlassen der Ausstellung unwiederbringbar rückgebaut werden.

Flankiert werden diese Raumbezüge mit ‚bezeichneten Leinwänden’ auf Keilrahmen von Henrik Kröner. Große Raster der Orientierung, die an Rechenhefte erinnern. Die Bemusterungen der Flächen wiederholen das Format der Bilder und wirken zugleich klar und unbestimmt, unfertig und skizzenhaft. Jedes Feld ein Moment der Entscheidung: Null/nichts – Eins/etwas.

Henrik Kröner programmiert etwas, dass nicht direkt dekodiert und zum Auslesen gebracht werden kann. Er überlässt dem Bild die Aufgabe, „Bild“ zu sein und erklärt die Fläche zur Rechenaufgabe von Möglichem und Wahrscheinlichem – Pixel, die belegt werden oder frei bleiben. Die großen Bilder von Kröner verweisen auf Raster und Bildauflösungen, die uns alltäglich per Smart-Phone-Selfie in Szene setzen. Pixel, die variieren und in ihrer scheinbaren Dinglichkeit verschwinden. Oberflächen, deren Auftrag nichts Spezifisches vermitteln will. Malerei als Zeichnung, Zeichnung als Vergewisserung, dass es immer noch so etwas wie Bilder geben kann.

Auf besondere Weise verklären Esther de Graaf und Henrik Kröner den Ausstellungsraum und machen uns auf die Fragilität der Konstellation Zeit, Raum und Subjekt aufmerksam.

 

Michael Kress, Hamburg im Dezember 2014