사소한 발견 Kleine Entdeckungen

Jiwoo Lee, „Besucher“, Clay and Bricks, 2015

 

AUSSTELLUNG

 

Hyunjeong Lim
Hae Jin Kim
Hyun Yeop Kim
Jiwoo Lee

(Busan/Südkorea)

Eröffnung, 07. Januar, 20:00 h
07. –14. Januar 2015

FRISEKÜNSTLERHAUS HAMBURG E.V.
ARNOLDSTR. 26–30, 22765 HAMBURG
ÖFFNUNGSZEITEN FR–SO, 16–18 H

 

Künstleraustausch zwischen Busan und Hamburg

Eine Kooperation mit dem Davin Art Space, Busan, Süd-Korea
FRISE Hamburg und der Kulturbehörde Hamburg.

Über den Jahreswechsel 2014/15 sind vier jungen Künstler/-innen:
Hyunjeong Lim, Hae Jin Kim, Hyun Yeop Kim, Jiwoo Lee
in Hamburg zu Gast im FRISE AiR-Programm.
Der Austausch Busan-Hamburg ist nun nach einer Kooperation
in 2012 mit dem Kunstverein Hamburg, zu Gast in Altona.
Die vom Kooperationspartner, dem Davin Art Space,
zusammengestellt Künstlerauswahl wird eingeladen
den Kunst Ort FRISE als Model für Künstlerische-Selbst-Organisation
zu erfahren und um hier neue Arbeiten zu entwickeln und zu zeigen.
Mit dieser Ausstellung starten wir in das Ausstellungs-Programm 2015.
Wir nennen es “Konstellationen; Zwei + Eins”.
Anschließen wollen wir hiermit an zwei Jahre internationalen Künstleraustausch.
In den “Konstellationen” werden Verbindungen komplementär zu verschiedenartigen Positionen in der Stadt herausgestellt.
Die erste Ausstellung mit KünstlerInnen aus Südkorea bringt ein mögliches geopolitisches “Zwei + Eins” von sich aus mit.
Die Künstler hingegen verweisen auf einen empfindsamen Blick – auf die kleinen Dinge der Achtsamkeit.

Weitere Information:
www.frise.de
http://hyunjeonglim.com
http://blog.naver.com/artkimhaejin

 

Projekt-Koordination: Torsten Bruch und Michael Kress
Besonderer Dank an: Davin Art Space/Busan und Dr. Bilinc Ercan

MIT FREUNDLICHER UNTERSTÜTZUNG DER KULTURBEHÖRDE HAMBURG

2014

Ausstellungen, Artist in Residence Programm & Studio F Stipendium.
FRISE dankt allen Ausstellungs-Besuchern, Partnern, Unterstützern und Freunden!
Exhibitions, Artist in Residence Program & Studio F Scholarship
FRISE thanks all exhibition visitors, partners, supporters and friends!

 

Ein besonderer Dank gilt den wunderbaren Künstlern von überall her:
A special thanks to the wonderful artists from everywhere:

 

ELIZAVETA KONOVALOVA

KAREN MICHELSEN CASTAÑÓN

EMILIA BADALÀ

WILLIAM ENGELEN

HEIKO WOMMELSDORF

PETER CUSACK

JAN KÖCHERMANN

SILVINA DER-MEGUERDITCHIANS

PETER BOUÉ

SARI PALOSAARI

PER SCHUMANN,

MALTE ZACHARIAS

SØREN ANDREASSEN

STIG BRØGGER

JØRGEN FOG

NIELS ERIK GJERDEVIK

LISE HARLEV

ULRIK HELTOFT

PER LUNDE JØRGENSEN

KRISTINE KEMP

ROLF NOWOTNY

STEFAN KRAUTH

AKI INOMATA

SYLVIE RENO

JURO GRAU

GUNNAR F. GERLACH

EMILIE LASMARTRES

FRANK LESBROS

FERDINANT FUX

EDGAR BALLO

FREDERIC CLAVERE

CLAIRE DANZER

ÅSE LIV HAUAN

JEAN-PIERRE OSTENDE

SHAN FAN

AIA TADEISHI

VALENTINA ROSELLI

CATERINA ROSSATO

SERENA VESTRUCCI

MICHAEL BUCKLEY

SUE MCCAULEY

PEDER K. BUGGE

DANIA BURGER

GESA LANGE

SVEN MÄRKISCH

KLASKE OENEMA

LIANG YUE

KATJA LELL

YIN YI

CARSTEN BENGER

HANNE DARBOVEN

ALMIR MAVIGNIER

ESTHER DE GRAAF

HENRIK KRÖNER

HYUNJEONG LIM

HAE JIN KIM

HYUN YEOP KIM

JIWOO LEE

 

ARTIST STATEMENT: Henrik Kröner

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„In diesen Arbeiten benutze ich Buntstifte auf nicht präpariertem Kästchenstoff.
Die Serie ist eine Untersuchung über Farbe und Wahrnehmung.
Der Ausgangspunkt ist, dass Farbe eine Oberfläche ist, die Licht reflektiert.
Die verdeckte Ausstellungswand scheint durch den dünnen Stoff hindurch.
Die unterschiedlichen Flächen von Lichtreflektionen verändern das Bild,
wenn man an ihm vorbei läuft. Aus einem schrägen Winkel her betrachtet,
sind die Farben am stärksten. Wenn man davor steht, verliert sich die Farbintensität.
Ich denke mir den idealen Betrachter als jemanden, der sich die Zeit nimmt und in dieser allerlei Eingebungen erhält.

… oder eine Ode an die Langeweile.

Als Künstler sehe ich die Langeweile als einen Ursprung von Inspiration.
Es können Dinge aus der Langeweile heraus entstehen.
Als Schüler habe ich im Matheunterricht damit angefangen,
die Kästchen meines Heftes auszumalen.

Jedoch, es finden immer irgendwelche Transformationen statt.
So benutze ich kein Papier, sondern einen Stoff indem ein Raster eingewebt ist.
Es ähnelt dem Papier. Es ist transparent und hat einen besonderen materiellen Ausdruck. Wenn der Stoff auf einen Keilrahmen gespannt ist, verformt sich das Raster.
Das finde ich herrlich fein“!

 

 

 

ARTIST STATEMENT: ESTHER DE GRAAF

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„My recent sculptures are made of cardboard, aluminum foil and iron wire. They often take on a monumental sculptural form. I make lightweight sculptures and build them up based on organic structures. I use the least possible material and connections that are necessary to keep it standing, and make as much form as possible at the same time. The fragility of the junctions are visible and one has the possibility to see exactly how it is made. For a period of two weeks I will use the studio of Frise to make new works. These works will be shown in the gallery together with Henrik Kröner’s work in our exhibition (W)HERE“.

 

Raum und Oberfläche – Esther de Graaf und Henrik Kröner

Einen Austausch von Künstlerinnen und Künstlern zu schaffen ist das Ziel des Groningen-Hamburg-Projects. In einem offenen Verfahren können sich Künstlerinnen und Künstler beider Städte beteiligen und in beiden Städten ortsbezogene Vorhaben entwickeln und umsetzen.

In den letzten zwei Jahren konnten so mehrere Hamburger Künstlerinnen und Künstler nach Groningen reisen, ebenso waren mehr als 15 Gäste aus Groningen in Hamburg. Koordiniert wird dieses offene Netzwerk von Jan Derk Diekema (HAVIK und CareX) aus Groningen und Michael Kress (FRISE) aus Hamburg.

Mit Esther de Graaf und Henrik Kröner kommen zwei junge Kunstschaffende nach Hamburg, deren Werke auf besondere Weise ein wichtiges Thema dieses Groningen – Hamburg – Projects thematisieren: Raum und Oberfläche.

Esther de Graaf verwendet Wellpappen, Klebebänder, Aluminiumfolien und andere eigenartige, beiläufige und banale Materialien. Hiermit fertigt sie raumgreifende Ummantelungen, die einen Bezug zu einem imaginierten Gegenüber herstellen. Sie schafft Räume im Raum.

Die Gebilde verweisen über die räumlichen Grenzen des eigenen Standpunktes hinaus in ein erweitertes vorgestelltes Umfeld. Hier, wo der Betrachter, das Subjekt, steht und schaut, nimmt er die zeitliche Flüchtigkeit dieser plastischen Konstruktionen wahr. Die Materialien Esthers de Graaf sind Produkte der Verpackungsindustrie: klar, genormt und logistisch rational.

Diese Transport-Hilfsmittel, die zum Schutz von Dingen verwandt werden, um etwa Güter des Konsums von einem Ort zum anderen zu bringen, sind unbeachtete Mäntel von gemeinten Inhalten. Die Gebilde der Esther de Graaf stellen sich somit zwischen den aufmerksamen Betrachter, den befindlichen Raum und eine unbekannte imaginierte Destination der nicht vorhandenen Inhalte. Alle Gegenstände, alle Beteiligten und der umgebene Raum bedingen den aktuellen Ort. Das erkennende ICH muss sich später erinnern, da die Setzungen dieser Gebilde zeitlich begrenzt angelegt sind und nach Verlassen der Ausstellung unwiederbringbar rückgebaut werden.

Flankiert werden diese Raumbezüge mit ‚bezeichneten Leinwänden’ auf Keilrahmen von Henrik Kröner. Große Raster der Orientierung, die an Rechenhefte erinnern. Die Bemusterungen der Flächen wiederholen das Format der Bilder und wirken zugleich klar und unbestimmt, unfertig und skizzenhaft. Jedes Feld ein Moment der Entscheidung: Null/nichts – Eins/etwas.

Henrik Kröner programmiert etwas, dass nicht direkt dekodiert und zum Auslesen gebracht werden kann. Er überlässt dem Bild die Aufgabe, „Bild“ zu sein und erklärt die Fläche zur Rechenaufgabe von Möglichem und Wahrscheinlichem – Pixel, die belegt werden oder frei bleiben. Die großen Bilder von Kröner verweisen auf Raster und Bildauflösungen, die uns alltäglich per Smart-Phone-Selfie in Szene setzen. Pixel, die variieren und in ihrer scheinbaren Dinglichkeit verschwinden. Oberflächen, deren Auftrag nichts Spezifisches vermitteln will. Malerei als Zeichnung, Zeichnung als Vergewisserung, dass es immer noch so etwas wie Bilder geben kann.

Auf besondere Weise verklären Esther de Graaf und Henrik Kröner den Ausstellungsraum und machen uns auf die Fragilität der Konstellation Zeit, Raum und Subjekt aufmerksam.

 

Michael Kress, Hamburg im Dezember 2014